Arraial do Cabo
25 02 2012Noch halb im Schlaf torkelte ich aus dem Bus um festzustellen, dass es in Arraial do Cabo kein Touristoffice gab… Hmm, ein neues Hindernis. Ich wollte irgendwie zum Hi-hostel gelangen, allerdingt hatte ich weder einen Schimmer, wie die Adresse lautete, noch hatte ich mir einen Plan von diesem Städchen angeschaut, geschweige denn eingeprägt… Doch schon bald fand ich in einem Tauchgeschäft eine Karte für 5R$ und da ich jeden zweiten der an mir vorbeiging fragte, ob er wisse, wo die Albergue sei, wurde ich auch damit bald fündig 🙂
Der Preis haute mich um: 125R$ pro Nacht in einem Dormitorio, aber was solls, irgendwo musste ich ja schliesslich an diesem ver***Carneval schlafen 🙂 Meine ersten Feststellungen über Arraial do Cabo:
– unheimlich viele Mücken, mehr als im Urwald!
– international nicht-touristisch, national SEHR touristisch (das Städchen war von brasilianischen Touristen nur so überflutet! Wohl nicht die von mir erträumte ruhige Flucht vom Carneval…)
– Arraial ist DER Treffpunkt und Geheimtipp für Carneval^^ (die Autos fuhren mit Blondinen aus dem Fenster hängend und Bass dröhnend durch die Strassen, am Strand tummelten sich kleine Blocos, ein Caipifruta-Stand nach dem andern)
Ich wurde also verstochen wie noch nie zuvor (einige Tage später bemerkte ich bei einer nackigen Inspektion, dass ich sogar die meisten Mückenstiche blutig gekratzt hatte…), war Tag und Nacht vom Bass oder den Trommeln des Carnevals umgeben und fand auch keinen Platz an den abgelegenen Stränden…… Trotzdem genoss ich den Aufenthalt unglaublicherweise IRGENDWIE 🙂 Gemütlich kochte ich mir jeden Tag etwas kleines, schnitt mir einige Früchte auf oder sass vor dem gratis Internet 🙂
Ich unternahm SOGAR eine Wanderung, die sich zuerst als Flopp outen wollte, da der Wanderweg eine Strasse war, auf der viele viele Autos mit laut aufgedrehter Musik an mir vorbeifuhren, und ich Bäche schwitzte, da es doch sehr sehr steil war. Allerdings kam ich dann irgendwann doch an einen Ort, wo die Strassen aufhörten, und nur noch ein mit viel Fantasie auszumachender Trampelpfad die Hügel hinaufführte… Fast wollte ich schon umkehren, doch dann überwand ich mich doch noch und es lohnte sich – ich fühlte mich wenigstens ein bisschen naturnah und carnevalfern =)
Die Abreise war jedoch eine Nervenprobe hoch 100! Wieder bekam ich etwa 4 mal Falschangaben über die Bushaltestelle, keiner wusste so genau wo die Busse während des Carnevals hielten und jeder behauptete strikt etwas anderes, oft auch Gegenteiliges! So lief ich mit dem schweren Gepäck fast eine Stunde in der Sonne herum, bis ich am Rodoviaria einen Buschauffeur fragte, der mich daraufhin einfach gratis mitnahm, obwohl seine Destination keineswegs Cabo Frio gewesen wäre! Das und noch eine weitere freundliche Begegnung retteten meinen Tag 🙂 Allerdings führe ich meine Wutausbrüche an diesem Morgen auch auf die Empfindlichkeit/Aggressivität kurz vor und während der Mens zurück 😉
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